Unter den Augen von Fifa-Assistent Mike Pickel (Zweiter von
links) wehrte sich der SC Bad Bodendorf (blaue Trikots) tapfer gegen den mit
mehreren Rheinlandliga-Spielen verstärkten TuS Mayen II. Am Ende unterlag Bad
Bodendorf mit 0:2. Foto: Andreas Walz
Bell/Bad Bodendorf. Die Mannschaftstour nach Mallorca
haben sich die Fußballer des SC Bad Bodendorf vom verpassten Aufstieg in die
Kreisliga A nicht vermiesen lassen, gestern flog das Team des B-Ligisten bestens
gelaunt auf die Urlaubsinsel. Das 0:2 (0:0) gegen den mit mehreren Spielern aus
dem Rheinlandliga-Kader verstärkten TuS Mayen II bereitete SC-Coach Rainer Bell
keineswegs eine schlaflose Nacht: „Der Mayener Sieg war verdient, keine Frage.
Ich kann Mayen keine Vorwürfe machen, dass sie die Statuten ausnutzen und
speziell für dieses Spiel eine Mannschaft kreieren, die in der Saison so nicht
zusammengespielt hat und so auch nicht mehr zusammenspielen wird. Aber die
Funktionäre sollten sich Gedanken machen, ob so etwas sportlich Sinn macht. Ich
hätte gern einen Vergleich gesehen zwischen uns und der Mayener Mannschaft, die
in der Saison gespielt hat.“
Das Bad Bodendorfer Problem in diesem Entscheidungsspiel auf dem gut
bespielbaren Hartplatz in Bell hatte der SC-Coach schnell erkannt: „Wir sind mit
dem Mayener Mittelfeld nicht klargekommen, da hatten sie ganz starke Spieler.“
Dagegen hatte Bad Bodendorf Mayens gefährliches Angriffsduo mit Kevin Lahn aus
dem Rheinlandliga-Kader und Thomas Nürnberg, mit 36 Treffern Torschützenkönig
der Kreisliga B Mayen, gut im Griff. Bell: „Florian Koll hat Lahn abgemeldet,
Peter Seul hat Nürnberg gut im Griff gehabt bis auf die Szene, als der Mayener
mit dem 1:0 seine Klasse unter Beweis gestellt hat.“ Bell trauerte vor allem der
Szene nach, als Fabio Cardoso allein aufs Mayener Tor zulief, aber an
TuS-Schlussmann Bastian Müller scheiterte (78.). Bell: „Ein Ausgleich wäre zwar
glücklich gewesen, aber Mayen wäre dann ganz bestimmt nervös geworden. Wer weiß,
was noch passiert wäre?“ So entschied Yannik Distelrath aus dem Mayener
Rheinlandliga-Aufgebot die Partie mit dem 2:0 (81.). „Wir haben jedenfalls eine
gute Saison gespielt“, sagt Bell. „Und ich bin sicher, dass wir bei einem
Aufstieg in der A-Klasse mit unserer taktischen Disziplin den Klassenverbleib
geschafft hätten.“ Bell warnt das Bad Bodendorfer Umfeld allerdings vor zu
großen Erwartungen: „Nur weil wir in dieser Saison Zweiter geworden sind, werden
wir im nächsten Jahr nicht automatisch Erster. Kempenich wird stark sein, dazu
kommen gute Aufsteiger. Zudem werden uns die Gegner nach unserer
Vizemeisterschaft anders begegnen.“ Bell formuliert als Saisonziel derzeit einen
Platz unter den ersten fünf Teams. Dabei sollen einige Neuzugänge mithelfen,
verlassen wird das Team nur ein Akteur.