Mit dem Selbstvertrauen aus vier ungeschlagenen Spielen reiste die Erste des SC Bad Bodendorf zum Tabellenzwölften aus der Grafschaft. Personell schätzte man die Gastgeber insgesamt stärker ein, als es ihre tabellarische Situation vermuten ließ.

Sowohl in der Vorbereitung unter der Woche als auch in der Kabine hatte man sich auf eine kampfstarke Mannschaft eingestellt. Allerdings setzten die SCB-Akteure zunächst nur wenig von den besprochenen Vorgaben um und fanden schläfrig in die Partie. In den direkten Duellen war man zu oft zweiter Sieger. Hinzu kamen Abstimmungsprobleme sowie Ungenauigkeiten und überhastete Aktionen im eigenen Ballbesitz.

Glücklicherweise wurde das Tor von SCB-Schlussmann Nils Schöttler, der den verletzten Eric Schulz vertrat, kaum ernsthaft in Gefahr gebracht. Viele Kombinationen der Gastgeber verpufften bereits an der Sechzehnerkante. Auch die Spieler des SC Bad Bodendorf konnten bei ihren seltenen Angriffsbemühungen zunächst keine Torgefahr entwickeln. Zahlreiche Nickligkeiten, Foulspiele und kleinere Unterbrechungen ließen die Partie wenig ansehnlich wirken und verhinderten zudem, dass ein richtiger Spielfluss aufkam. Folgerichtig ging es mit einem 0:0 in die Halbzeitpause.

Die Pausenansprache des Trainergespanns Brötz/Möllers traf offenbar den Nerv der Mannschaft. Zu Beginn des zweiten Abschnitts wirkte der SCB präsenter in den Zweikämpfen und arbeitete sich zunehmend in die Partie hinein, an der man bis dahin größtenteils nur als Zuschauer teilgenommen hatte.

Nach knapp einer Stunde ergab sich eine große Chance für den eingewechselten Lukas Bell. Von André Suckow auf der rechten Außenbahn bedient, scheiterte er aus kurzer Distanz am Torhüter. Wenig später machten es Bell und Leon Baumann besser. Nach einem langen Ball setzten die beiden den Verteidiger der Grafschafter SG geschickt unter Druck und eroberten das Spielgerät. Im Nachschuss war es schließlich Joker Leon Baumann, der seine Mannschaft unter großem Jubel in Führung brachte.

Die Hausherren agierten fortan offensiver und verzeichneten ihrerseits einen Lattenschuss sowie einige gefährliche Momente nach Standardsituationen. Insgesamt zeigte der Defensivblock der Blauen im zweiten Durchgang jedoch eine sehr reife und kampfstarke Leistung. Wenig später hatte Milot Istogu am Elfmeterpunkt die Möglichkeit, die Vorentscheidung herbeizuführen, setzte den Ball jedoch zu genau.

Die Enge der Partie ließ in der Schlussphase mehr Spannung aufkommen, als es die tatsächlichen Torchancen der Gastgeber vermuten ließen. Die Gäste warfen sich mit viel Kampfgeist und auch etwas Fortune immer wieder in die Zweikämpfe und bekamen ein Bein dazwischen. Anders als noch in der ersten Halbzeit kämpften die SCB-Akteure nun aufopferungsvoll um den Auswärtssieg.

Nach einer gefühlt endlosen vierminütigen Nachspielzeit pfiff Schiedsrichter Laurenz Durben die Partie schließlich ab. Die SCB-Akteure nahmen damit drei schmutzige Punkte aus der Grafschaft mit an die Ahr. Durch den Sieg baute die Mannschaft ihre ungeschlagene Serie auf nunmehr fünf Spiele aus.

In Leimersdorf machten letztlich Nuancen den Unterschied. Auch ein Unentschieden wäre durchaus verdient gewesen. Entscheidend war vor allem die Leistungssteigerung nach der Pause. Mit 22 Punkten schließt der SCB die Hinrunde ab. Zum Vergleich: In der vergangenen Saison hatte die Mannschaft über die gesamte Spielzeit 28 Punkte gesammelt. Für ein Zwischenfazit ist es allerdings noch zu früh, denn im Fußballjahr 2026 stehen noch zwei weitere Partien auf dem Programm.

Als Nächstes wartet auswärts das Derby im Erlebnispark in Westum. Für diese Begegnung wird es sicherlich keinerlei zusätzliche Motivation brauchen, um einen heißen Kampf zu liefern.